Wesermarsch-Grüne nach Gespräch mit Nordenhamer PAG –Betriebsrat:  Deutsche PAG Standorte durch Innovation zukunftsfest aufstellen statt mit sinnloser Strukturkosmetik Arbeitsplätze abbauen    

Nach einem intensiven Austausch mit dem PAG – Betriebsratsvorsitzenden Michael Eilers hat die Grünen Bundestagskandidatin Christina-Johanne Schröder sich dafür ausgesprochen, die deutschen Luftfahrtstandorte zu erhalten und durch Forschungsmittel zu stärken, damit sie für die Herausforderungen des Klimawandels gerüstet sind.

Begleitet vom Landratskandidaten Harm Ellinghusen und Dragos Pancescu, MdL hat eine Corona bedingt kleine Delegation der Grünen (mit Jürgen Janssen, Kreistagsfraktionsvorsitzender, Ahmet Akdogan, Fraktionsvorsitzender im Stadtrat Nordenham und Ina Korter) jetzt das Gespräch mit dem Betriebsrat von PAG Nordenham gesucht, um sich über die aktuellen Planungen der Konzernspitze und die Forderungen des Betriebsrates zu informieren, ihre Solidarität mit den Kolleginnen und Kollegen auszudrücken und zu erörtern, wie die norddeutschen PAG Standorte politisch unterstützt werden können.

Von links nach rechts: Ahmet Akdogan (Fraktionsvorsitzender Grüne im Stadtrat Nordenham), Jürgen Janssen (Fraktionsvorsitzender Grüne im Kreistag Wesermarsch), Christina-Johanne Schröder (Grünen- Bundestagskandidatin), Harm Ellinghusen (Grünen- Landratskandidat Wesermarsch), Michael Eilers (Betriebsratsvorsitzender PAG Nordenham) | Foto: GRÜNE Wesermarsch

Dabei erfuhren sie, dass  die von der Konzernspitze geplante Ausgliederung von großen Werksteilen in Augsburg und dem Standort Varel zu mehr Schnittstellen und einer Schwächung der deutschen Luftfahrtindustrie führen würde. Zwar ist der Standort Nordenham nicht so stark bedroht wie beispielsweise das Werk in Varel, aber die Standorte seien gut vernetzt und ließen sich nicht untereinander spalten, machte  Betriebsratsvorsitzender Michael Eilers deutlich.

Welche Unterstützung die Politik in der Stadt, im Landkreis, im Land und vor allem im Bund leisten kann, wollten die Grünen- Kandidaten für den Bundestag und das Landratsamt wissen. Wichtig sei für die Kolleginnen und Kollegen, dass die Politik auf allen Ebenen für sie ansprechbar sei und wenn es darauf ankomme, hörbar und sichtbar für sie eintrete, so Michael Eilers. Das klappt zum Beispiel sehr gut mit der parteiübergreifenden „Allianz des Nordens“, in der auch Dragos Pancescu für die Grünen aktiv ist.

Auch die Auftragslage und die Zukunftsperspektiven der Luftfahrt mit neuen klimafreundlichen Technologien waren ein wichtiges Gesprächsthema. Michael Eilers berichtete über verschiedene Projekte u.a. zur CO² – Einsparung, mit denen sich auch der Konzernbetriebsrat befasst, zum Beispiel „Zero Emission Aviation-emissionsfreie Luftfahrt“. Dabei geht es um die Verringerung des Treibstoffverbrauchs bzw. den Einsatz alternativer Treibstoffe und ein optimiertes Luftverkehrsmanagement. Es geht aber auch um künftige Rumpfstrukturen, zum Beispiel beim möglichen Einsatz von Wasserstoff und um energieeffiziente Herstellungsprozesse, machte Michael Eilers deutlich.

Dem Betriebsrat ist es wichtig, dass die deutschen PAG-Standorte frühzeitig an technisch neuen, innovativen Projekten beteiligt sind, weil damit Arbeitsplätze für die Zukunft gesichert werden können.

Christina Johanne Schröder, GRÜNE Bundestagskandidatin WK28

Natürlich wurde in diesem Zusammenhang auch der Vorstoß der Grünen Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock diskutiert, Kurzstreckenflüge durch klimafreundlichere Alternativen zu ersetzen. „Angesichts des bedrohlichen Klimawandels müssen wir ehrlich sein und  Prioritäten setzen“. so Christina Johanne Schröder. Kurzstrecken lassen sich gut mit der Bahn bewältigen, für die Langstrecken müssen wir dafür sorgen, dass das Fliegen klimaschonender wird. Der Bund stellt bereits Forschungsmittel in enormer Höhe zur Verfügung. Die müssen,  wenn nötig, verstärkt werden, aber sie müssen an die Bedingungen geknüpft sein, dass der Klimaschutz im Vordergrund steht und die Innovation in Deutschland bleibt und hier qualifizierte Arbeitsplätze sichert. Mit deutschen Steuermitteln Know how entwickeln und dann die Arbeit in  Billiglohnländer auslagern, das machen wir nicht mit.“ stellt die Bundestagskandidatin klar. 

Harm Ellinghusen
Harm Ellinghusen GRÜNER Landratskandidat Kreis Wesermarsch

Landratskandidat Harm Ellinghusen ist die große Bedeutung des PAG-Standortes für die Wesermarsch und die Nachbarlandkreise klar. „Wir müssen wieder einmal erleben, dass Airbus versucht, Standorte zu zersplittern und gegeneinander auszuspielen, ohne dass sich der Sinn der angestrebten Umstrukturierungen tatsächlich erschließt“, fasst er seinen Eindruck nach dem Gespräch zusammen. „Das verunsichert immer wieder die Kolleginnen und Kollegen. Ihnen wollen wir mit dem Besuch beim Betriebsrat auch unsere Solidarität ausdrücken.“
Als Landrat werde er sich  mit den anderen PAG-Standortlandrät*innen der Region und der Politik in Land und Bund eng vernetzen. Nur so könne man sich gegen Arbeitsplatzabbau und für technologisch gut aufgestellte und innovative norddeutsche Standorte stark machen. Dazu gehöre auch, das Technologiezentrum durch eine neue inhaltliche Ausrichtung zu stärken.

 

Zur Grünen Delegation, die am 8. Juni den PAG-Strandort Nordenham besuchte, gehörten:  Christina Johanne Schröder (Bundestagskandidatin)
Harm Ellinghusen (Landratskandidat)
Ahmet Akdogan (OV-Vorstand, Kreisvorstand und Fraktionsvorsitz Nordenham)
Jürgen Janssen (Kreisvorstand Wesermarsch-Grüne und Fraktionsvorsitz Kreistagsfraktion, Kreistagskandidat)
Ina Korter (Koordinatorin, Kreistagskandidatin)

 

 

ik-09-06-2021